
Handschriften
Seit 2010 werden die Handschriftenkataloge retrospektiv in den Online-Katalog des HAN-Verbunds (Handschriften, Archive,
Nachlässe) überführt.
Mittelalterliche Handschriften
Die Zentralbibliothek Solothurn verfügt über einen wichtigen Bestand
an überwiegend spätmittelalterlichen Handschriften. Die über 100
Codices stammen nicht nur aus Solothurner Klöstern und Stiften. Ein
grosser Teil ist nach der Reformation aus aufgehobenen Klöstern der
Schweiz und des oberrheinischen und süddeutschen Raumes nach
Solothurn gelangt. Zu den bemerkenswertesten Codices zählen die
reich illustrierte Historienbibel, die für den Solothurner
Stadtschreiber Hans vom Staal (1419-1499) um 1460 in der Werkstatt
des Diebold Lauber in Hagenau hergestellt wurde, und das
mittelhochdeutsche Dominikanerinnen-Legendar aus dem 2. Viertel des
14. Jahrhunderts. Beide Handschriften wurden digitalisiert und sind
im Projekt E-Codices
online verfügbar. Verzeichnet sind die Handschriften in dem
gedruckten Katalog von Alfons Schönherr: «Die mittelalterlichen
Handschriften der Zentralbibliothek Solothurn», Solothurn 1964
(siehe auch Publikationen).
Frühneuzeitliche und neuzeitliche Handschriften
Neben liturgischen Handschriften wie dem prächtigen Schönenwerder
Graduale von ca. 1560 finden sich vor allem Aufzeichnungen von
Solothurner Persönlichkeiten wie beispielsweise diejenigen von
Johannes Aal (gest. 1551), Hans Jakob vom Staal d.Ä. (1540-1615),
Hans Jakob vom Staal d.J. (1598-1657), Wolfgang Greder (1592-1641),
Johann Victor Lorenz Arregger (1699-1770) u.a. Ausserdem besitzt die
Zentralbibliothek eine Reihe solothurnischer Rechtstexte,
Zunftbücher und andere historische Quellen.
Die Greifenfahrt
Alexanders des Grossen. Illustration aus der Historienbibel des Hans
vom Staal. Hagenau, Werkstatt Diebold Lauber, um 1460.
Von den neueren Handschriften seien die Autobiographie "Rückblicke"
von Alfred Hartmann (1814-1897) genannt (gedruckte Fassung als Buch und online
als PDF-Datei verfügbar) oder Manuskripte von Solothurner
Autoren wie Josef Joachim (1834-1904), Cäsar von Arx (1895-1949)
oder Josef Reinhart (1875-1957).